Das Lesen ist schön

To Be Read: November 2017

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Im November ist immer schrecklich viel los: Im Büro gibt’s viel zu tun, was noch dieses Jahr erledigt werden muss, Mitte Monat gilt es, an den deutschen Meisterschaften im Irish Dance meinen Titel zu verteidigen und dann habe ich auch noch Geburtstag. Trotzdem habe ich mir für den November drei Bücher vorgenommen:

Carol von Patricia Highsmith

Virago, 1952. E-Book, 293 Seiten, Englisch

Carol von Patricia Highsmith

„Alte“ Bücher sind nicht mein Ding. Viel lieber lese ich zeitgenössische Literatur, doch für Carol mache ich eine Ausnahme. Einerseits, weil das Buch auf der TBR-Liste des Banging Book Clubs steht, andererseits, weil es um eine Liebesbeziehung zwischen zwei Frauen geht.

Der Roman spielt im Jahr 1950 in New York, wo sich zwei Frauen ineinander verlieben, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Die junge Therese hat einen schlecht bezahlten Job und einen Freund, den sie nicht liebt, während die ältere, reiche Carol gerade in einem Scheidungsverfahren steckt.

Ich bin besonders gespannt darauf, wie Highsmith mit dem Thema Homosexualität umgeht. In der modernen LGBTQ-Literatur bin ich sehr bewandert, jedoch handelt es sich dabei meist um Coming-of-Age-Geschichten. Carol handelt von Erwachsenen – und für einmal ist es kein YA-Buch.

Carol wurde 2015 mit Cate Blanchett als Carol verfilmt. Meine Hoffnung ist, dass der Film wie auch das Buch die breite Bevölkerung ansprechen und nicht als „Genre-Literatur“ abgetan werden.

Das Leben ist gut von Alex Capus

Hanser, 2016. Hardcover, 240 Seiten, Deutsch

Das Leben ist gut von Alex Capus

„Ich bin mir nicht sicher, ob es dir gefällt“ – mit dieser Aussage hat mein Freund mein Interesse für dieses Buch geweckt, er selbst war

nämlich begeistert davon. Zu meiner Schande muss ich zugeben, dass ich noch kein einziges Buch vom Schweizer Autor Alex Capus gelesen habe, darum steht Das Leben ist gut jetzt auf meiner TBR-Liste.

Zum ersten Mal in ihrer 25-jährigen Ehe sind Max und Tina für einige Zeit voneinander getrennt. Genau wie die Namen der beiden ist auch ihr alltägliches Leben gewöhnlich, ja vielleicht sogar langweilig. Doch die zeitweilige Trennung macht ihnen bewusst, dass sie es lieben, so wie es ist.

Ich habe einen Verdacht, warum mein Freund meinte, ich würde Das Leben ist gut nicht mögen: Manchmal habe ich Mühe mit Büchern, in denen „nichts“ passiert. Allzu viel Alltag verleidet mir irgendwann. Doch Capus Roman wurde zumindest in der Schweiz hoch gelobt und verkauft sich sehr gut, deshalb hoffe ich jetzt einfach mal, dass es auch etwas für meinen Geschmack ist …

None of the Above von I. W. Gregorio

Balzer & Bray, 2015. E-Book, 328 Seiten, Englisch

None of the Above von I. W. GregorioUm ehrlich zu sein, weiss ich über dieses Buch noch so gut wie nichts. Darüber gestolpert bin ich in einer Sammlung von aktuellen LGBTQ-Büchern irgendwo im World Wide Web. Ich fand den Titel besonders ansprechend, da er auf eine Gender-Problematik hinweist – und genau darum geht’s in None of the Above.

Die Protagonistin ist intersexuell, das heisst, dass sie sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsmerkmale hat und sie nicht eindeutig einem Geschlecht zugeteilt werden kann. In None of the Above erzählt Gregorio die Geschichte eines Teenage-Mädchens, das nicht wirklich ein Mädchen, aber auch nicht wirklich ein Junge ist.

Von einem Buch wie diesem erwarte ich, dass Identität, genauer die Geschlechtsidentität, ein grosses Thema ist. Unsere Gesellschaft weiss noch nicht, wie sie mit Menschen umgehen soll, die anders sind, die man nicht einfach in die eine oder andere Schublade stecken kann. Ich hoffe, dass uns I. W. Gregorio ermutigt, solchen Menschen gegenüber verständnisvoll, offen und hilfsbereit zu sein.

Und was liest du?

Im November wird zwar viel los sein, aber jetzt habe ich erstmal eine Woche Ferien. So kann ich für den stressigen zweiten Teil des Monats etwas Lesen vorholen. Ich freue mich auf den Lesemonat November! Und was liest du gerade?


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Ich bin die Gründerin von The Zurich Review. Im Anglistik-Studium habe ich Literatur gehasst; meine Leidenschaft dafür habe ich erst nach all der Pflichtlektüre wiederentdeckt. Wenn ich nicht lese, dann tanze ich, und zwar Irish Dance.

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